Schnelle Wege. Klare Abläufe. 24/7 für
geburtshilfliche und neonatologische Notfälle.

Informationen für
Rettungsdienste

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Schnelle Wege. Klare Abläufe. 24/7 für geburtshilfliche und neonatologische Notfälle.

Informationen für Rettungsdienste

 

Diese Informationsseite richtet sich an Rettungsdienste, Notärzte, Notfallsanitäter sowie geburtshilflich tätige Einsatzkräfte, die im Einsatz mit akuten geburtshilflichen oder neonatalen Situationen konfrontiert sind.
Typische Einsatzszenarien umfassen:

  • Notfallverlegungen bei drohender oder begonnener Frühgeburt
  • Geburtskomplikationen wie Blutungen, Präeklampsie, HELLP oder vorzeitige Wehen
  • Geburten im Rettungsdienst mit anschließender postpartaler Versorgung
  • Transport von Neugeborenen mit medizinischem Interventionsbedarf
  • Verlegungen aus peripheren Kliniken in unser Perinatalzentrum Level I

Als Versorger der höchsten geburtshilflichen und neonatologischen Stufe stehen wir rund um die Uhr mit einem interdisziplinären Team aus Geburtshilfe, Neonatologie, Anästhesie und Kinderintensivmedizin zur Verfügung.

Diese Seite stellt Ihnen die relevanten Kontakte, Handlungswege und Übergabestandards kompakt und einsatzorientiert bereit – denn im Notfall zählt jede Minute, und verlässliche Kommunikation entscheidet über die Sicherheit von Mutter und Kind.

Schneller Zugang. Klare Wege. Direkte Übergabe an das
geburtshilfliche bzw. neonatologische Team.

Anfahrt & Notaufnahmeabläufe

Für alle geburtshilflichen und neonatalen Notfälle erfolgt die Anfahrt über den zentralen Rettungsdienst-Zugang des Klinikums Traunstein. Bitte kündigen Sie jeden Transport – auch bei ungeplantem Eintreffen – vorab über das diensthabende Team an, damit wir die notwendigen Ressourcen bereitstellen können.

Der Weg zu uns

Anfahrt Rettungsdienst

  • Zufahrt: über die ausgeschilderte Rettungsdienstzufahrt / Notaufnahme
  • Entladezone: direkt vor dem Eingang der Notaufnahme
  • Wegführung: durchgängig ausgeschildert, barrierefrei, witterungsgeschützt
  • Parken des RTW/NEF: in den markierten Rettungsdienstflächen
Patientenanmeldung Schwangere

Anmeldung & Übergabe – Geburtshilfe

Bei Schwangeren mit geburtshilflichen Notfällen (z. B. Blutung, vorzeitige Wehen, HELLP, drohende Frühgeburt):

  • Telefonische Voranmeldung im Kreißsaal (24/7)
  • Direkte Übergabe an das geburtshilfliche Team
  • Sofortige ärztliche Erstbeurteilung nach definierten SOPs
  • Weiterleitung in Kreißsaal, OP oder Überwachungsbereich – je nach Situation
Patientenanmeldung Neugeborenes

Anmeldung & Übergabe – Neugeborene

Bei Transport oder Mittransport eines Neugeborenen:

  • Voranmeldung bei der neonatologischen Intensivstation (24/7)
  • Übergabe nach MIST-/ISBAR-Standard
  • Sofortige Übernahme durch das neonatologische Team
  • Stabilisierung & Diagnostik nach Level-I-Protokoll
Gut zu Wissen

Wichtig für die Einsatzpraxis

  • Kurze Wege zwischen Notaufnahme, Kreißsaal und Neonatologie (gleiche Ebene / unmittelbare Nähe)
  • Keine zusätzliche administrative Aufnahme für Notfälle während der Erstversorgung
  • Eltern können – wenn klinisch vertretbar – mitgeführt oder zeitnah nachgeführt werden
Checklisten

Checklisten für Notfalltransporte und Übergaben

Diese Übersicht unterstützt Rettungsteams bei der strukturierten Vorbereitung und Übergabe von Schwangeren, Gebärenden oder Neugeborenen in geburtshilflichen oder neonatologischen Notfallsituationen.

Checklisten

Allgemeine Einsatzvorbereitung
  • Frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Kreißsaal (24/7), Telefon: 0049 861 705-1080 oder der Kinderklinik / Neonatologie
  • Klärung: direkte Aufnahme? Voranmeldung durch Klinik? Zeitfenster der Übergabe?
  • Transportpräparation nach Sichtungslage: inkl. Inkubator / pädiatrisches Equipment, ggf. NA-Nachforderung
  • Berücksichtigung von Zuständigkeiten: Z. B. Rücksprache mit ärztlichem Hintergrunddienst notwendig?
Checkliste bei Verlegung Schwangere / Gebärende
  • Gestationsalter (SSW)
  • Fruchtblase intakt? Fruchtwasserabgang? Farbe?
  • Wehen: vorhanden? Frequenz, Dauer, Intensität
  • Vitalparameter der Mutter (RR, HF, SpOz, Temperatur)
  • Blutung? Art/Menge? Plazenta-/Uterusproblematik bekannt?
  • CTG-Daten (falls vorhanden)
  • Medikamente / Tokolyse / Cortisongaben erfolgt?
  • Z.n. Sectio / Risikofaktoren (z. B. Plazenta praevia, HELLP, Präeklampsie)
  • Begleitperson transportfähig?
Checkliste bei Transport Neugeborenes
  • Gestationsalter, Geburtsmodus, Geburtsgewicht
  • Apgar-Werte, Nabel-pH, initiale Reanimationsmaßnahmen
  • aktueller Zustand: Atmung (Spontan/Beatmung), Kreislauf (HF, Rekap, Blutdruck), Temperatur
  • Zugänge: Nabelvene? 10? peripher
  • Beatmungsform (CPAP, HFOV, Intubation, O2-Gabe)
  • ggf. Medikation (z. B. Surfactant, Katecholamine, Antibiose)
  • Monitoring: SpO2, aEEG, BGA
  • Verdachtsdiagnose (z. B. HIE, Mekoniumaspiration, Infekt, Fehlbildung)?
Mitgabe & Dokumentation
  • Mutterpass, CTG-Ausdrucke, ärztiche Übernahmedokumente
  • Geburtsbericht / Notfalldokumentation / Übergabebogen
  • ggf. Einverständniserklärungen, Transportprotokolle, Vorbefunde (z. B. Doppler, Sono, Labor)
  • aktuelle Medikation, Antibiotika- oder Tokolyse-Schema
Besonderheiten bei Frühgeborenen (weniger als 29 SSW)
  • Transport in Inkubator zwingend empfohlen
  • Frühzeitige Rücksprache mit Neonatologie erforderlich (Tel. über Kinderklinik)
  • ggf. Begleitung durch pädiatrisches Notfallteam / Verlegungsabsprache mit externem Zentrum

Frühchenversorgung

Ihre Ansprechpartner

Für eine schnelle und verlässliche Abstimmung stehen Ihnen feste Ansprechpartner aus Geburtshilfe, Neonatologie und Anästhesie zur Verfügung. Alle Rücksprachen, Übernahmen und Konsile erfolgen über definierte Wege – ohne Umwege und mit klaren Zuständigkeiten.

Alle Ansprechpartner sind über definierte SOPs eingebunden. Rückmeldungen erfolgen zeitnah und schriftlich, sofern medizinisch sinnvoll.

Level-I-Perinatalzentrum

Geburtshilfe & Pränatalmedizin

Level-I-Perinatalzentrum

Neonatologie & Pädiatrische Intensivmedizin

Level-I-Perinatalzentrum

Kreißsaal / Akutfälle (24/7)

  • Kreißsaaltelefon: +49 861 705-1080

  • Zuständig für:

    • drohende Frühgeburt

    • Notfälle (z. B. HELLP, Ablösung, fetaler Distress)

    • Übergabe von Schwangeren mit akutem Handlungsbedarf

    • direkte Kommunikation zwischen Zuweiser und diensthabendem Team

Level-I-Perinatalzentrum

Kinderchirurgie (kooperierend)

  • Sekretariat
    Telefon: +49 861 705-1041
    Fax: +49 861 705-1043
    E-Mail: info@kinderchirurgie-suedostbayern.de
Level-I-Perinatalzentrum

Sonderfälle – Was besondere Aufmerksamkeit erfordert

Bestimmte geburtshilfliche und neonatologische Notfälle erfordern eine sofortige Rücksprache mit dem Perinatalzentrum Level I, idealerweise vor dem Transport. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl häufig relevanter Sonderfälle aus dem prähospitalen und interklinischen Setting.

Was besondere Aufmerksamkeit erfordert

Sonderfälle

Extremfrühgeburt (weniger als 29 SSW)
  • Versorgung ausschließlich in Perinatalzentren Level I empfohlen
  • Transport in wärmegesichertem Inkubator mit Monitoring und Beatmungseinheit
  • Rücksprache mit Neonatologie zwingend vor Aufnahme
  • Antenatale Corticoidgabe und Tokolyse ggf. in Übergabeklinik initiieren
HELLP-Syndrom / schwere Präeklampsie / Eklampsie
  • RR-Entgleisung, neurologische Auffälligkeiten, Leber- und Gerinnungsparameter beachten
  • Magnesiumgabe i. v. ggf. begonnen
  • Transport möglichst unter Notarztbegleitung mit Monitoring
  • Rücksprache mit Kreißsaalteam zur Geburtseinleitung oder Sectiobereitschaft
Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE)
  • aEEG, BGA, Apgar, Nabel-pH erfassen
  • ggf. Kühltherapie (therapeutische Hypothermie) einleiten – Rücksprache mit Neonatologie zwingend
  • Entscheidung: Aufnahmeklinik verfügt über aktives Hypothermieprotokoll
  • sofortige Kommunikation notwendig
Komplexe angeborene Herzfehler (z. B. Transposition, HLHS)
  • häufig pränatal diagnostiziert – Entbindung gezielt im Zentrum
  • Sauerstoffgabe ggf. kontraindiziert (z. B. bei ductusabhängigen Vitien)
  • Rücksprache mit Kinderkardiologie / DHZ-München
  • Prostaglandin – Gabe bei ductusabhängigen Fehlbildungen beachten
Auffällige pränatale Diagnostik (z. B. Zwerchfellhernie, Omphalozele, Spina bifida)
  • Transport ins Zentrum mit operativer Versorgungsmöglichkeit und Kinderchirurgie erforderlich
  • möglichst kein Transport unter Wehen / akuter Geburtssituation
  • Frühzeitige Anmeldung und interdisziplinäre Fallbesprechung empfohlen
Infektionsverdacht unter Geburt (z. B. Fieber, Frühzeitiger Blasensprung, GBS)
  • Hinweis auf mögliche Neonatalinfektion: mütterliche Temperatur, CRP, CTG, Fruchtwasser trüb
  • Antibiotikatherapie begonnen?
  • Frühzeitige Übergabe an Geburtshilfe und Neonatologie erforderlich
Mekoniumaspiration
  • Mekoniumhaltiges Fruchtwasser + Atemnot beim Neugeborenen
  • rascher Transport mit Möglichkeit zur CPAP-/Intubationsversorgung
  • aEEG, Röntgen, ggf. NO-Beatmung – Rücksprache mit Zentrum empfohlen

Diese Sonderfälle sind begründete Indikationen für die unmittelbare Vorstellung im Perinatalzentrum Level I.
Bitte nutzen Sie im Zweifel immer die telefonische Rücksprache mit unserem Kreißsaal oder der Neonatologie.
Unsere Teams stehen Ihnen jederzeit zur Seite.